• jessicayiser

Deathbound-Jubiläum: Ein Rückblick aufs 1. Jahr

In wenigen Tagen, am 01. Oktober, jährt sich die Veröffentlichung von "Deathbound" zum ersten Mal. Um das zu feiern, gibt es das E-Book bis zum 02. Oktober 2022 für 2,99 € statt 5,99 €. Erwerben könnt ihr das E-Book in allen gängigen Online-Shops oder auch direkt im BoD-Buchshop.

Aber was ist nun eigentlich so im Jahr seit meiner ersten Veröffentlichung passiert? Und wie sieht mein bisheriges Fazit zum Thema Selfpublishing aus?


Hierzu muss man wissen: Deathbound hat eine laaaange Vorgeschichte. Ich blicke in diesem Beitrag aber erstmal nur auf die vielen High- und Lowlights der Selfpublishing-Reise zurück, die Anfang 2021 mit der endgültigen Entscheidung fürs Selfpublishing begann. In den vielen Jahren davor gab es Verlagsbewerbungen, mehrere Überarbeitungen, ich habe das Buch sogar einmal komplett von Grund auf neu geschrieben. Zwischendurch lag es einfach lange Zeit in der Schublade. Aber das ist eine andere Geschichte.


Junge Frau mit dunklen Haaren (Jessica Iser) hält einen Totenschädel in der Hand.

Selfpublishing oder nicht Selfpublishing, das ist hier die Frage ...


Was kann ich aus der Zeit des Selfpublishings berichten? Nun, die damals schon angepeilte Veröffentlichung im Oktober 2021 erforderte für mich als SP-Neuling einen akribischen Plan. Dienstleistende raussuchen, kontaktieren, beauftragen. Zeitpuffer einplanen, Dinge, die ich selbst umsetzen konnte (wie bspw. die Illustrationen), dazwischen schieben. Was eine Veröffentlichung im Herbst aber noch mit sich bringt: viele wichtige, zeitaufwendige Dinge wie Lektorat, Überarbeitung, Planung usw. fallen in den Hochsommer, wenn das Gehirn sowieso schon schmilzt. Lange Sommernächte mit dem Manuskript klingen vielleicht romantisch, aber ... nein. Sind sie nicht, mit Schweiß und Deadlines im Nacken.


Und wie viele Abende habe ich mir neben meinem Vollzeitjob noch mit den Illustrationen um die Ohren gehauen? Unzählige. Es hat natürlich auch Spaß gemacht, aber es war ein riesengroßer Zeitfresser, gerade mit den eigenen perfektionistischen Ansprüchen. Ich war mit Landkarte, Kapitelzierden, einer individuellen Illustration pro Kapitel und ein paar Bonuszeichnungen auch sehr ambitioniert, was das betrifft. Für die nächsten Bücher weiß ich: entweder weniger Illustrationen einplanen oder früher anfangen, um Stress zu vermeiden. Bereut habe ich das aber nie, denn ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Und ich habe mir damit auch einen Lebenstraum erfüllt: das eigene Buch illustrieren. Ein großer Vorteil und viel Freiheit für kreative Ideen, den das Selfpublishing hier bietet, also definitiv ein Pluspunkt, wenn ihr euch bei der Gestaltung austoben möchtet. Ich bin übrigens sehr froh, dass ich mit Sabrina Milazzo eine überaus talentierte und geduldige Dienstleisterin für den Buchsatz hatte, die meine Wünsche professionell umgesetzt hat. Diesen Part hätte ich nämlich nicht selbst in die Hand nehmen wollen.

Wichtig: Zeitpuffer für den Endspurt

Apropos Dienstleister: Checkt je nach Anbieter, wie lange vor der Veröffentlichung ihr Dateien hochladen müsst (bei BoD mit Veröffentlichungs-Wunschdatum nämlich spätestens 2 Wochen vorher). Die Technik sollte man im Zeitplan übrigens nicht unterschätzen und genügend Zeitpuffer einplanen. Damit hatte ich zum Ende hin dann nämlich auch noch etwas zu kämpfen: Nachdem alles zig mal überarbeitet war, meine Energie sich dem Ende neigte und das Manuskript druckfertig vorlag, kam noch der etwas zickige BoD-Upload. Ich musste die Dateien mehrere Male anpassen lassen und hochladen, bis endlich alles passte. Danach konnte ich nur noch Bangen und Daumendrücken, dass der Probedruck gut wird (Spoiler: wurde er).

Von den großen und kleinen Freuden – und Selbstzweifeln


Nur Stress und Ärger also? Nein, der Moment, in dem man zum ersten Mal den Probedruck - der zum Glück auch direkt perfekt war – in den Händen hält, ist unbezahlbar. Oder wenn man das Riesenpaket mit druckfrischen Exemplaren vom eigenen Buch öffnet. Diese dann alle für meine Vorbesteller:innen zu signieren, zu verpacken und zur Post zu bringen, war auch viel Arbeit, aber ich denke, es hat sich gelohnt. Und dann konnte ich die Veröffentlichung auch wie geplant pünktlich zum Oktoberbeginn feiern – stilecht mit Kürbissecco. Und mich endlich auch mal wieder ein bisschen zurücklehnen. Na ja, während man dann auch noch versucht, Marketing zu betreiben, das ist nämlich auch nochmal ein großer Arbeitsaufwand, den man im Selfpublishing allein stemmen muss.

Die Zusammenarbeit mit ausgewählten Blogger:innen hat mir aber als Starthilfe zur Veröffentlichung sehr geholfen bzgl. Reichweite und auch Motivation, da die Rezensionen sehr positiv ausgefallen sind. Das war auch mental eine gute Stütze, denn zwischendurch habe ich wirklich gedacht: Ich schaffe das alles nicht. Das wird niemals fertig. Und auch nach der Veröffentlichung: Nie wieder Selfpublishing. Ich war sogar an dem Punkt, dass ich mich zu schlecht fühlte, um überhaupt jemals wieder etwas zu veröffentlichen. Ob sich das Ganze finanziell "lohnt", darüber brauchen wir hier gar nicht reden (kurz gesagt: Nein, aber ich glaube, so gut wie niemand veröffentlicht Bücher mit der Erwartung, reich zu werden).


Neben den ersten positiven Rückmeldungen, kam dann ganz überraschend die erste Nominierung für einen Literaturpreis: "Deathbound" wurde Ende 2021 für den Pen&P oder auch Goldenen Stephan in der Kategorie "Bestes Erstlingswerk" nominiert. In dieser Zeit reichte ich "Deathbound" auch für den Phantastikpreis SERAPH ein, etwas auf das ich mich schon lange gefreut hatte. Und tatsächlich schaffte es "Deathbound" auf die Nominiertenliste für den SERAPH in der Kategorie "Bester Independent-Titel". Allein dieser Moment war für mich alle Mühen wert. Am Ende hat "Deathbound" zwar keinen der beiden Preise gewonnen, aber schon die Nominierungen selbst waren eine riesengroße Ehre für meinen Debütroman. Und natürlich auch ein gewaltiger Motivationspush.


Das Rad dreht sich weiter


Nach dem ersten Veröffentlichungs-"Hype" verringerte sich die Resonanz wie bei den meisten Büchern und es wurde recht still, was Verkäufe und Rezensionen angeht. Aber ganz ehrlich, jedes Mal, wenn ich über das Jahr aus dem Nichts Rückmeldungen von Leser:innen bekommen habe, war die Freude genauso groß wie am Anfang. Eure Stimmen sind so viel wert. Daher auch an dieser Stelle nochmal: Lasst für Bücher, die euch gefallen haben, eine kurze Rezension in Onlineportalen da. Sie helfen den Autor:innen enorm!

Und jetzt? Ich habe viel gelernt. Über Ansprüche, Zusammenarbeit, Durchhaltevermögen, Zeitmanagement ... und auch über mich selbst. Das Schreiben habe ich natürlich trotz zwischenzeitlicher Zweifel nicht aufgegeben. Dieses Jahr folgte dann mit "Zweimondnächte - Eine Deathbound Novelle" meine zweite SP-Veröffentlichung. Also so viel zu "nie wieder Selfpublishing". Und es wird bestimmt nicht die letzte gewesen sein ...